Das Modell gilt der direkten Verständigung zwischen Schule, Hochschule und Industrie. Ziel ist die Durchführung von praktikablen Maßnahmen mit
Kontinuität. Es soll möglich werden, dass jeder Schüler vor Beendigung seiner Schulzeit - und damit während der Entscheidungsfindung - für einen Studienwunsch direkten Kontakt zu einem Industriebetrieb bekommt und dass
die Schülerinnen und Schüler wissen, welche Unternehmen in ihrem regionalen Umfeld produzieren, was sie produzieren und wofür sie produzieren. Das gilt ebenso für die Lehrer als Multiplikatoren. Allen Beteiligten wird
dabei die enge Verzahnung in der Prozesskette Schule-Studium-Beruf deutlich. Das Verständnis für die Bedürfnisse des jeweils anderen wird erkennbar - man spricht die gleiche Sprache.Zehn Dreier-Gespanne in Hamburg
Im Rahmen der ersten ThinkING Aktivitäten wurden zehn Dreier-Gespanne in Hamburg zusammengeführt. Nach einer ersten Kontaktaufnahme im Rahmen einer Auftaktveranstaltung wurden inzwischen die
gesammelten Erfahrungen anläßlich zweier Austauschabende vorgestellt. Neben positiven Ansätzen und sehr intensiv gepflegten Kontakten untereinander konnten auch Schwierigkeiten in einigen Gruppen lokalisiert werden.
Insbesondere die unterschiedlichen Zeithorizonte in Unternehmen und Schulen führten teilweise zu langfristigen Terminfindungen und damit zu einer "Verflachung" der oft spontanen Ideenfindung. Weiterhin zeigte
sich, daß jede Gruppe einen "Treiber" braucht, der die unterschiedlichen Institutionen und Personen zusammen hält.
Beispielhafte Aktivitäten in den Dreier-Gespannen
Die jeweiligen
Gruppenmitglieder haben sehr unterschiedliche Erfahrungen in ihren Gespannen machen können. So
- wurde im Englischunterricht mit technischen Sicherheitsblättern von
Flurförderzeugen gearbeitet,
- haben Schüler als sog. Shadowmen einen Tag lang einen Ingenieur
während eines ganz normalen Arbeitstages im Betrieb begleitet,
- haben Schülergruppen vormittags die Labore der Hochschule besucht
und am Nachmittag die dortige Theorie im
Dreier-Gespann-Unternehmen praktisch erfahren,
- hat ein Mathematik-Leistungskurs sich über die praktische
Anwendung der Finite-Elemente-Methode vor Ort informiert,
- hat eine Schule einen "Tag der Technik" mit Unterstützung der
Hochschule und des Industriepartners durchgeführt,
- gab es Probevorlesungen für Schüler an den Hochschulen und in den
Laboren,
- finden regelmäßig Vorträge der Firmenvertreter in den Schulen und
während der Berufsfindungstage statt und vieles mehr.
Auftragsvergabe an die Schule
Ein neues Projekt soll zukünftig bei mindestens fünf Dreier-Gespannen verwirklicht werden, reale Industrieaufträge von Unternehmen an eine Schülergruppe der
beteiligten Schule. Hier wird eine technische Problemstellung formuliert und mit Ziel- und Zeitvorgaben projektiert. Die Schüler haben die Aufgabe in Teams zu lösen, zu präsentieren und schriftlich niederzulegen.
Hierbei sind nicht nur die fest vorgelegten Zeitpläne einzuhalten. Die klar formulierten Entgeltregelungen richten sich auch nach dem Erfolg des Projektes. Die Schülergruppen können dabei auf die Unterstützung der
Hochschule und der Unternehmen zählen.
Momentan werden weitere Dreier-Gespanne in Hamburg, aber auch in Kiel, Hannover und Bremen gebildet. Ziel ist der dauerhafte und sinnvolle Kontakt von Schülern
mit realer Technik.