Maschinenbau
und Produktion
1/2000

Zeitschrift des Freundeskreises Maschinenbau und Produktion Berliner Tor e. V.

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Labor für Arbeitswissenschaften

Das Labor für Arbeitswissenschaft stellt sich vor

Der Mensch ist an seinem Arbeitsplatz unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt, die ihn belasten und damit seine Leistungsbereitschaft und/oder Leistungsfähigkeit beeinflussen:

  • Schlechte und/oder fehlende Betriebsmittel-, Arbeitsplatz- und Arbeitsablaufgestaltung im Betrieb haben erheblich negative Auswirkungen auf den Menschen.
  • Die Verschlechterung der menschlichen und auch der betrieblichen Leistung ist die logische Konsequenz.
  • Die ökonomische Bedeutung des menschlichen Einsatzes im Betrieb ist damit ist offensichtlich.

Ziel der Arbeitswissenschaft ist die Optimierung von Mensch-Maschine-Systemen

Das Labor für Arbeitswissenschaft ist im Fachbereich Maschinenbau und Produktion an der Ausbildung der Diplom-Ingenieure beteiligt (das Fach Arbeitswissenschaft ist wählbar für alle Studiengänge), darüber hinaus werden Vorlesungen und Praktika im Hochschulübergreifenden Studiengang Wirtschaftsingenieur (HWI) der Universität Hamburg, der FH Hamburg und der Technischen Universität Hamburg-Harburg durchgeführt.

Schwerpunktthemen (Auswahl) in den Vorlesungen:

  • Arbeitssystemgestaltung,
  • Ergonomie,
  • Zeitmanagement,
  • Arbeitsorganisation [Schichtarbeit, Arbeitsstrukturierung],
  • Motivationstheorien,
  • Arbeitsunterweisung,
  • Arbeitsbewertung.
  • Schallpegelmessung

    Die Vorlesungen werden kombiniert mit praktischen Übungen im Labor. Hier werden ergonomische Messmethoden von den Studenten durchgeführt, beispielsweise Energieverbrauchs- und Pulsfrequenzmessungen ebenso wie die Quantifizierung und Bewertung von Umgebungseinflüssen. (Lärm, Beleuchtung, Klima u. a.). An praktischen Aufgabenstellungen werden Arbeitsplatzgestaltungsübungen durchgeführt wie auch konkrete Ablauf- und Zeitstudientechniken vermittelt. Im Rahmen von Projekten werden semesterweise Themenschwerpunkte in Kleingruppen selbständig bearbeitet, präsentiert und an der Infotafel des Labors sowie auf der Homepage des Labors veröffentlicht

    Messung der Beleuchtungsstärke mit einem Luxmeter

    Individuell gestalteter Bildschirmarbeitsplatz, Teilnehmerin des Projekts "Bildschirmarbeitsplatzgestaltung"

    Beispiele für Projekte, die im Labor durchgeführt wurden bzw. werden:

      ¨ Zeitmanagement,

      ¨ Bildschirmarbeitsplatzgestaltung,

      ¨ MTM–Methoden zur Planzeitermittlung (Grundverfahren, Standarddaten,
          UAS und MEK).

    Im Rahmen von Studien- und Diplomarbeiten werden theoretische wie auch vor allem praktische Arbeiten auf dem Gebiete der Ergonomie, der Raum- und Zeitoptimierung sowie der Arbeitsorganisation vergeben und betreut. Beispielhaft sind nachstehend einige bearbeitete Themen genannt:

    • Aktivierung intellektueller Wertschöpfungsprozesse in der Unternehmung - Anforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten,
    • Durchführung einer arbeitswissenschaftlichen Erhebung und Analyse von Tätigkeitsanteilen in der stationären Krankenpflege - Darstellung des Ist-Zustandes und Entwicklung arbeitsorganisatorischer Verbesserungsmaßnahmen,
    • Ist-Analyse und Neukonzeption der Organisationsstrukturen bei Beschaffungen von Fahrzeugen des Rettungsdienstes bei der Feuerwehr Hamburg,
    • Möglichkeiten und Grenzen der Verbesserung der Arbeitsbedingungen in einer Großschlachterei - eine ergonomische Analyse,
    • Arbeitswissenschaft und Total Quality Management – Verbesserung der "Quality of Working Life"?
    • Analyse von Bildschirmarbeitsplätzen im Büro- und Verwaltungsbereich im Rahmen der Umsetzung der EG-Richtlinie 90/270/EWG (BildscharbV),
    • Planzeitbestimmung mit Hilfe des MTM-Verfahrens bei der Einführung einer flexiblen Kaschierlinie für eine Kleinserienproduktion in der Automobilzulieferindustrie

    Prof. Dr. Gerd Wobbe, der Autor des Beitrags, ist wissenschaftlicher Leiter des Labors für Arbeitswissenschaft:www.mp.haw-hamburg.de/fachberg/arbeitsw

    Fachbereich M+P