Damit haben sich die Erwartungen, die von der Fachhochschule Hamburg in das von der Innovationsstiftung der Freien und Hansestadt Hamburg geförderte Projekt gesetzt wurden,
bereits vor Ablauf des Bewilligungszeitraumes voll erfüllt. Ziel war es, die industriebezogenen Aktivitäten des Institutes auf eine privatwirtschaftliche Basis zu stellen und dauerhaft zu sichern, ohne durch eine
unzulässige Verknüpfung zwischen haushaltsfinanzierten Lehr- und Forschungstätigkeiten und unternehmerischem Handeln sich dem Vorwurf der Wettbewerbsverzerrung auszusetzen. Um dieses zu erreichen, wurde ein
detaillierter Kooperationsvertrag zwischen der Fachhochschule und der IWS-Service GmbH abgeschlossen.Als Existenzgründungsprojekt wird die GmbH, die derzeit 5 Mitarbeiter beschäftigt, von zwei
Mehrheitsgesellschaftern geführt, die nicht der Fachhochschule angehören. Der bisherige Leiter des Kompetenzzentrums, der Geschäftsführende Direktor des IWS, Prof. Dr. Horn und zwei seiner Kollegen, die Professoren Dr.
Happ und Dr. Müller, stellen als Minderheitsgesellschafter sicher, dass die enge Verknüpfung zum Institut weiterhin bestehen bleibt.
Die bisherige Arbeit des Kompetenzzentrums war so erfolgreich, dass nur
knapp die Hälfte der bei der Innovationsstiftung beantragten und bewilligten Fördersumme tatsächlich auch abgerufen zu werden brauchte. Dagegen wurden bisher fast 1,2 Mio DM schon selbst erwirtschaftet, mit steigender
Tendenz. Im Förderungsantrag an die Innovationsstiftung war man lediglich von 900 TDM Einnahmen ausgegangen. Dies hat auch die TUTech GmbH überzeugt: Sie hält ebenfalls Gesellschafteranteile an der neuen GmbH. Für die
Zukunft ist angedacht, auch weitere Mitarbeiter zu beteiligen.
Prof. Dr. Horn: “Wir haben mit diesem Modell gezeigt, dass es möglich ist, auch aus einer Hochschule heraus unternehmerisch erfolgreich zu
arbeiten und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Mit der nun erfolgten Übergabe der Verantwortung an die Geschäftsführer wollen wir beweisen, dass es bei dieser Gründung nicht darum geht, die Verdienstmöglichkeiten von
Professoren neben ihrer Lehrtätigkeit zu verbessern, sondern es soll engagierten Mitarbeitern die Möglichkeit geboten werden, sich dauerhaft eine Existenz aufzubauen”
Bei dem serviceorientierten
Leistungsspektrum des Zentrums ist das wohl kein Problem. Rund 500 Aufträge pro Jahr bewältigen die beiden Geschäftsführer Junge und Knuth mit ihren drei Mitarbeitern, zwei, wie diese, ebenfalls Absolventen des
Fachbereiches M+P. Eine Entwicklung im Auftrag der Hamburger Firma Harms+Wende verhalf dieser 1998 zu dem Hamburger Innovationspreis.
Die IWS-Service GmbH entwickelt Verfahren in der Schweiß- und
Sonderschweißtechnik wie Laser-, Reib- oder Ultraschallschweißen und führt Sonderprüfungen an Bauteilen durch, bevor diese auf den Markt gelangen. Werkstoffprüfungen und -analysen werden im 24-Stunden-Service angeboten
und Routineuntersuchungen innerhalb von 14 Tagen durchgeführt.
Sie ist außerdem als Gutachter bei Schadensfällen tätig. Standardprüfungen an Werkstoffen zur Qualitätssicherung gehören ebenso zu ihren
Dienstleistungen wie die Beratung, wenn es beispielsweise um den Einsatz neuer Werkstoffe geht. Zu den Kunden zählen kleine und mittlere Unternehmen aus dem Hamburger Raum, aber auch Firmen wie Honeywell
(Luftfahrttechnik), DaimlerChrysler und MTU Fiedrichshafen.
Selbst in Österreich ist die Kompetenz der GmbH gefragt, auch die Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik aus Graz lässt hier Untersuchungen
durchführen.