Maschinenbau
und Produktion
1/2000

Zeitschrift des Freundeskreises Maschinenbau und Produktion Berliner Tor e. V.

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Mit mobilen Roboern der Natur auf der Spur

Mobile Roboter – Ein Projekt

Der Teamgeist zählt

Projektteams "Pet-Robots" Sommer 2000

Derzeit werden zunehmend von den Absolventen Eigenschaften gefordert wie Team- und Kommunikationsfähigkeit, zielgerichtetes eigenständiges Arbeiten, das sich Einstellen auf terminierte Situationen und die Fähigkeit zum effektiven Einarbeiten in angrenzende Themenbereiche.  Zusätzlich zum klassisch rezeptiv geprägten Stoffangebot sollen die Studierenden durch Projekte auf die heute typische Arbeitsweise in der Industrie vorbereitet werden.

Eines dieser Projekte ist das Projekt "Mobile Roboter", das in Kombination mit einer Vorlesung über Projektmanagement (siehe Beitrag von Prof. Isenberg auf Seite ...) angeboten wird. Die Studierenden, teilweise aus verschiedenen Fachrichtungen, sollen hier in Eigenregie und Selbstorganisation Schreitroboter mit vordefinierten Bedingungen entwickeln, konstruieren, fertigen und an einem Stichtag funktionsfähig unter Wettbewerbsbedingungen (Geschwindigkeit, Bahnbewegung, Design, ...) präsentieren.

Trotz Räder: Drei lauffähige Pet-Robots

Auch mit nur einem Bein ist alles möglich: Projektteams "Monopod-Robots"

Die Studierenden stehen zunächst vor einem scheinbar unüberwindlichen Berg. Es fehlt die gewohnte diktierende Hilfestellung: Fragen - Wie geht man vor? Wer soll was machen? Gibt es überhaupt Literatur dazu? Wo gibt es Material? Muss etwa die Elektronik selbst gelötet werden? Wie kann man die PC-Drucker-Schnittstelle programmieren? - bekommen nun überraschende Bedeutung. Selbstverständlich stehen wir Professoren und Mitarbeiter im Team für alle Fragen zur Verfügung und bieten Hilfestellung zum Ablauf eines Projektes, zur interdisziplinären Aufgabenteilung und bei der Bewertung von Möglichkeiten. Aber es gibt von uns keine Vorgaben, wie letztendlich etwas organisiert oder realisiert werden soll. Die Entscheidungen müssen im Sinne des Lernzieles voll von den Projektteams getragen werden

Die Nachbereitung zeigt, trotz theoretischer Vorbereitung laufen hier die bekannten ungewollten Phasen eines Projektes von sich aus ab. Von der ersten Selbstorganisation mit vielen Häuptlingen und keinem Indianer oder umgekehrt, über den ständigen Wechsel von Euphorie und Resignation bis hin zu technischen Pannen als Vorführeffekt kommt alles vor. Hier wird der Kontrast zwischen theoretisch Verstandenem und der praktischen Anwendung und Umsetzung unter Zeitdruck für jeden sehr deutlich. Auch Beispiele des methodischen oder emotionalen Vorgehens lassen sich immer wieder aufzeigen. Damit bietet das Projekt in hervorragender Weise die Möglichkeit zur Sammlung eigener praktischer Erfahrungen in der Projektabwicklung.

Bemerkenswert ist das Engagement der Studierenden, das bisher jedes Mal zu hervorragenden und überraschenden Ergebnissen geführt hat.

Übrigens, die Ergebnisse der Projekte finden Sie unter www.mp.haw-hamburg.de/mobile-roboter

 

Prof. Dr. Koeppen (links) und Prof. Dr. Schulz, Autoren dieses Beitrags, bieten seit mehreren Jahren mit großem Erfolg das Projekt "Mobile Roboter" an

Fachbereich M+P