Maschinenbau
und Produktion
1/2000

Zeitschrift des Freundeskreises Maschinenbau und Produktion Berliner Tor e. V.

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Fachmesse in Hamburg

Dipl.-Ing. Maximilian Klumpp gilt als der "Vater der NORTEC"

Prof. Hans-J. Dräger, vom Anfang an Ideengeber bei der NORTEC, leitete den Workshop "Minimalmengenschmierung"

Die NORTEC wurde als Fachmesse für Metallbearbeitung 1988 erstmals auf dem Messegelände in Hamburg veranstaltet. Sie findet seitdem im Zweijahres-Rhythmus statt, wächst blüht und gedeiht u. a., weil Freunde und Mitglieder des Fachbereichs von Anfang an dabei waren und dafür gesorgt haben, dass die Messe mit eigenem Profil - als Marktplatz für Technik im Norden - und mit großer fachlicher Kompetenz auftritt. Dipl.-Ing. Maximilian Klumpp, Geschäftsführender Gesellschafter von IXION, Hamburg, Mitglied des Freundeskreises  von der Gründung an und aktiver Förderer unseres Fachbereichs, gilt als Vater der NORTEC. Prof. Hans-J. Dräger hat von der ersten Veranstaltung an die Inhalte der Messe mit entwickelt und geprägt. Er veranstaltete zusammen mit dem VDMA NORD regelmäßig Workshops. Von der NC-Programmierung (zentral oder dezentral?), bis zur Kühlschmiertechnik wurden brennende Fragen aus der Praxis aufgegriffen, praxistaugliche Lösungen vorgestellt und diskutiert.

Nie vorher war die NORTEC so groß und so anspruchsvoll wie im Januar 2000. Die Metallbearbeitungsbranche war nahezu vollständig vertreten, in einem Bildungsforum präsentierten die Hamburger Hochschulen zusammen mit namhaften Hamburger Unternehmen, Kammern und Verbänden  ihre Aktivitäten rund um die Ausbildung, Studium und Weiterbildung. Rund 3000 Schülern besuchten auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft NORTEC die Messe.

Für zwei Workshops waren Mitglieder unseres Fachbereichs verantwortlich. Den Workshop "Press-Schweißen" führte das Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik (Prof.Dr.Horn) durch. Den VDMA-Workshop "Trockene Späne – saubere und gesunde Arbeitsplätze, Minimalmengenschmierung bewährt sich in der Praxis” betreute Prof. Dräger.

IWS-Workshop "Press-Schweißen"

Am 28.01.2000 fand der vom Institut für Werkstoffkunde und Schweißtechnik (IWS) durchgeführte Workshop Press-Schweißen statt. Obwohl die Schweißtechnik im Norden eine große Tradition hat, ist das Press-Schweißen mit allen Vorteilen und Anwendungsgebieten relativ wenig bekannt. Die Veranstaltung hatte daher das Ziel, das Press-Schweißen in seinen vielfältigen Einsatzgebieten einem größeren Anwenderkreis näher zu bringen.

Vorgestellt wurde das Mittelfrequenzschweißen durch Herrn Bothfeld von der Fa. Harms+Wende, das Buckelschweißen von Aluminium durch Herrn Göbel von den Dalex-Werken, das Kondensatorentladungs-Schweißen durch Herrn Hinneberg von der Fa. Impuls-Schweißtechnik und das Reibschweißen durch Prof. Horn vom IWS.

Die insgesamt mehr als 50 sehr interessierten Teilnehmer zu diesen 4 Vorträgen bewiesen, dass ein großer Bedarf an einer derartigen Informationsveranstaltung bestand.

VDMA-Workshop "Minimalmengenschmierung bewährt sich in der Praxis"

Die Kühlschmierstoffe in der Zerspanung helfen den Prozeß zu kühlen, zu schmieren und die Späne zu transportieren. Sie werden in großen Mengen gebraucht (gerechnet wird an jeder Maschine in l/min!), sie sind gesundheitsschädlich, müssen als Sondermüll entsorgt und/oder aufwendig aufbereitet werden.

Die Berichte von Ingo Palm (Heidelberger Druckmaschinen, Wiesloch),  Dr. Peter Müller (Titex Plus Präzisionswerkzeuge, Günter &Co. GmbH, Frankfurt), Dr. Tibor Cselle (Platit AG, Grenchen, Schweiz) und Helmut Schuster (Schuster GmbH, Denklingen) belegten: Die Minimalmengenschmierung (gerechnet wird an jeder Maschine in ml/h!) in der Zerspanung ist technisch ausgereift, sie bringt Kostenvorteile, schafft gesündere Arbeitsplätze und schont die Umwelt. Mit der abschließenden Podiumsdiskussion, zusätzlich zu den Referenten besetzt mit Dr. Föllmann (Arbeitsphysiologie, Uni Dortmund), Karsten Schulte (ISF, Uni Dortmund) und Dierk Stäbler (Fraunhofer Institut für Chemische Industrie) konnten die Randbedingungen und die Einsatzvoraussetzungen geklärt werden.

Der Workshop war mit 150 Teilnehmern sehr gut besucht, wodurch belegt wird, daß in vielen Unternehmen Interesse und/oder Druck besteht, die Kühlschmierstoffproblematik anzugehen.

Dennoch: Die “alten Hasen” in der Fertigung  bleiben skeptisch; die Führungskräfte fürchten, die Entscheidung sei unumkehrbar; Kühlschmierstoffhersteller behaupten, nur bei der Massenfertigung mit bestimmten Zerspanungsverfahren und Werkstückwerkstoffen lohne sich der Aufwand, die Technologie abzustimmen, die geeigneten Werkzeuge und Maschinen zu entwickeln usw. Die Folgen? Führende Großunternehmen, wie Heidelberger Druck, werden ihren Technologie-Vorsprung vergrößern. Politiker werden erkennen, daß hier eine Technologie verfügbar ist, die ein Gesundheits- und Umweltproblem zu beseitigen oder zumindest verringern hilft, wenn der Gesetzgeber den notwendigen Druck ausübt.

Hier brauchen auch die mittelständischen Betriebe in Norddeutschland praxistaugliche Hilfe. Diese soll mit einem von Prof. Dräger initiierten und betreuten Projekt "Minimalmengenschmierung in die Praxis", welches eingebunden ist in das am Fachbereich bereits laufende Projekt “Nachhaltige Metallwirtschaft” (Projektleitung Prof. Dr. A. v. Gleich), geleistet werden. Drei Pilotanwendungen zur Einführung der Minimalmengenschmierung in der spanenden Bearbeitung von drei Norddeutschen Betrieben werden vorbereitet, durchgeführt und bewertet. Die dazu notwendige Machbarkeitsstudie läuft im WS 2000/2001 im Labor für Produktionstechnik unseres Fachbereiches an. Die Übertragung in die Praxis ist für das Frühjahr 2001 geplant. Wer sich für dieses Projekt interessiert, möchte sich bitte melden: Prof. Dräger, FB M+P, Fax 040 428594381, Email .

Fachbereich M+P