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Es schien zur unendlichen Geschichte zu werden, was als Konzept so medienwirksam vermarktet wurde.
"Public-Private-Partnership" war das Stichwort für das Projekt, in Zeiten knapper öffentlicher Kassen zu einem Neubau für die Fachhochschule am Berliner Tor zu kommen. Vereinfacht dargestellt, soll es so
funktionieren: Die Stadt Hamburg überträgt das ihr gehörende Grundstück zwischen dem Hauptgebäude des Fachbereichs und dem Steindamm einem Investor, der es bebauen kann, wobei dem Wert des Grundstücks entsprechend ein
Gebäude für die Fachhochschule dabei ist. Weil aber Investoren kein Geld zu verschenken haben, muss der kommerziell genutzte Teil sich
natürlich "rechnen", und die geradezu bestechende Idee war ein Musical-Theater, in dem das Stück "Untergang der Titanic" gespielt werden sollte. Die Pläne waren fertig, das "Hamburger
Abendblatt" berichtete in großer Aufmachung darüber, beeindruckend war das Bild des futuristisch anmutenden Gebäudes.Aber die Musicals gerieten gerade zu dieser Zeit in Deutschland in eine Krise, der
wunderschöne Plan platzte, und die Suche nach einem ähnlich sicheren Mieter für die zu errichtenden Gebäude gestaltete sich offensichtlih sehr schwierig, zumal einer der Investoren (Hanseatica) zwischenzeitlich in
finanzielle Schwierigkeiten geriet. Schließlich aber konnte die Wissenschaftssenatorin auf einer Veranstaltung im April 2000 in der Aula am Berliner Tor anlässlich der Amtseinführung des neuen
FH-Präsidenten stolz verkünden, dass alle Verträge unterschriftsreif sind, und im Juni 2000 begannen die Arbeiten, die zunächst Umbau- und Abbauarbeiten sind, denn das zur Maschinenhalle des Fachbereichs gehörende
Kesselhaus einschließlich des hohen Schornsteins muss dem Neubau weichen. Damit hat die gute alte Dampfmaschine, an der Generationen von Studenten Messungen in den Laborpraktika ausführten, ihren letzten Lauf hinter
sich, sie wird einen Platz in einem Museum finden. Die Abrissarbeiten kamen im Sommer 2000 gut voran, am 30. August sollte der symbolische "Erste Spatenstich" für den Neubau gefeiert werden,
nachdem am 14. August die Verträge unterschrieben werden sollten. Dazu ist es aber bisher nicht gekommen, und obwohl die (Abriss-)Arbeiten konsequent durchgeführt werden, bleibt eine gewisse Skepsis. Man hört, dass das
Land Hamburg selbst Mieter für einen wesentlichen Teil der Mantelbebauung werden soll, dass dort das Verwaltungsgericht einziehen soll, die Verwaltungsrichter aber nicht an das Berliner Tor wollen. Man mag ja gar nicht
daran denken, dass diese die Entscheidung gerichtlich überprüfen lassen könnten, dann ja wahrscheinlich vor dem Verwaltungsgericht... Aber irgendwann wird doch irgendwas am Berliner Tor gebaut, und dann
ziehen die Fachbereiche Wirtschaft (vom Standort Altona) und Bibliothek und Information (vom Grindelhof) in den Neubau ein (geplante Nutzfläche: 10600 Quadratmeter, 50 Meter hoch, 14 Stockwerke). Besonders freuen sich
die alteingesessenen Fachbereiche aber auf den Zuzug der Präsidialverwaltung. Dann wird man manchem Ärger einfach dadurch Luft verschaffen können, dass man einfach mal auf ein paar deutliche Worte in den Neubau
rübergeht. |
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