Maschinenbau
und Produktion
1/2000

Zeitschrift des Freundeskreises Maschinenbau und Produktion Berliner Tor e. V.

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Auslandsstudium in Portsmouth

Dipl.-Ing. BEng. Lars Engel, Autor dieses Beitags   präsentiert seine Diplomarbeit beim "Posterday"

Der Wunsch stand schon lange fest: Ich wollte nach meinem Studium der Produktionstechnik in Hamburg auch noch ein Jahr im Ausland studieren. In Portsmouth (England) kann man nach einem Jahr Studium zusätzlich zum deutschen Diplom den Bachelor of Engineering (BEng) erwerben. Voraussetzungen sind das abgeschlossene Examen in Hamburg und gute Englischkenntnisse.

Im September 1999 ging es bis Juli 2000 auf die Insel. Portsmouth liegt in der Grafschaft Hampshire an der Südküste zwischen Southampton und Brigthon gegenüber der Insel Wight. Als alte Hafenstadt mit Seebad spürt man noch den Charakter des Britischen Empires mit großen Seefestungen und Schiffen. Die University of Portsmouth liegt ganz dicht am Wasser, der Campus ist eine schöne Mischung aus alten Navy-Gebäuden und modernen Teilen.

In Portsmouth wird das Studium mit einer Einführungswoche für alle Studenten eingeleitet. So lernte man gleich Studenten auch für Wohngemeinschaften kennen. Als Studienrichtungen kann man neben "Mechanical Engineering", "Manufacturing Engineering" gab es noch "Engineering with Buisness Management”, wofür ich mich dann entschieden habe.

Das Studienjahr selbst bestand aus mehreren Vorlesungen und Projekten, der Diplomarbeit und einem "Integrated Engineering und Buisness Project", bei dem man in Gruppen von 6 Studenten aus unterschiedlichen Studiengängen eine Projektaufgabe zu lösen hatte. Die Diplomarbeit, die man später auch in Deutschland anerkannt bekommt, wurde während des Studiums geschrieben. Ich habe hierbei in Zusammenarbeit mit den Firmen Lewmar Marine und BAE Systems mein "Individual Project" verfasst. Thema war die Computersimulation eines Fertigungszentrums. Die Diplomarbeit musste bis Mai fertiggestellt sein und wurde dann bei einem "Posterday" vorgestellt. Dieser Tag ist wie eine kleine Fachmesse organisiert, und alle Studenten müssen an ihrem eigenen Stand die Ergebnisse ihrer Diplomarbeit vor Professoren, Studenten aus unteren Jahrgängen und Firmen vertreten, präsentieren und verteidigen.

Das Jahr ging bei den vielen Aktivitäten, die neben den Vorlesungen angeboten wurde, fast zu schnell vorbei. Doch durch den englischen Abschluss ist es möglich noch weiter in England zu bleiben, falls man nicht mehr weg möchte .....

So kann man nach diesem Studienjahr in einem weiteren Jahr seinen "Master of Engineering" machen, oder man startet seine berufliche Karriere in einer englischen Firma, die sehr gerne deutsche Ingenieure mit Doppelabschluss nehmen.

Rückblickend kann ich diese Erfahrungen nur jedem weiter empfehlen. Man lernt nicht nur sehr gut Englisch und macht einen weiteren Abschluss. Das Jahr im Ausland gibt einem so viele neue Erkenntnisse und Eindrücke anderer Kulturen, die man woanders nicht mitbekommt.

Fachbereich M+P